Schottergärten verhindern:
Kostenlose Beratung für Bauherren

Gemeinde Ribbesbüttel und Nabu Leiferde helfen bei naturnaher und pflegeleichter Gestaltung

Ribbesbüttel. Die Gemeinde Ribbesbüttel möchte dafür sorgen, dass in den Neubaugebieten keine Schottergärten entstehen – Bürgermeister Hans-Werner Buske nennt sie „Gärten des Grauens“. Um die Bürger aus dem Baugebiet Im Langen Ehlern in Vollbüttel zu unterstützen, ihre Gärten anders zu gestalten, hat sie gemeinsam mit dem Nabu einen Flyer entwickelt und bietet darüber hinaus konkrete Unterstützung an. „Wir wollen schon im Vorfeld informieren, damit es gar nicht erst zum Streit beziehungsweise juristischen Auseinandersetzung kommt“, nennt der Bürgermeister den Grund für diesen Flyer.

„Herzlich willkommen in Vollbüttel“ heißt es im Flyer, den Buske unterschrieben hat. „Mit Ihrem Hausbau im Langen Ehlern sind Sie nun ein Mitglied unserer Gemeinde Ribbesbüttel geworden.“ Dann stellt er kurz die Gemeinde vor, bevor er schreibt: „Unsere Dörfer liegen in einer sehr schönen naturbelassenen Umgebung, dieses soll auch mit Ihrer Unterstützung so bleiben. Insekten, Vögel und andere Gartentiere sollen hier ein zu Hause finden.“ Bevor jemand mit der Gartenplanung beginne, „weise ich ausdrücklich auf die Unzulässigkeit von Schottergärten hin“, schreibt Buske weiter und bezieht sich auf die Niedersächsische Bauordnung. Stattdessen sei ursprünglich geplant gewesen, in Zusammenarbeit mit dem Nabu Leiferde zu einem Vortrag darüber einzuladen, wie ein pflegeleichter und schöner Garten aussehen kann – „aber die derzeitige Lage erlaubt es uns nicht“. Stattdessen hat sich Dierk Hagenah, laut Buske „ein sehr kompetenter Gartenexperte aus Vollbüttel“, bereit erklärt, kostenfrei zu beraten. Wer Fragen zur zukünftigen Pflanzenauswahl habe, könne sich bei ihm melden. Hagenah wohnt in der Hauptstraße 8 in Vollbüttel und ist telefonisch unter (01 62) 233 55 11 sowie unter der Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen. red

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So nicht: Die Gemeinde Ribbesbüttel will Schottergärten verhindern und bietet Bauherren Unterstützung zur Anlage von naturnahen Gärten an.foto: D. Korsawe

AZ 02.02.2021

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Ribbesbüttel sucht Investor für neues Gewerbegebiet

Platz fürs Tierheim und Gewerbe vorgesehen – Bebauungsplan für alten Dorfkern

Von Ron Niebuhr

Ribbesbüttel. Den alten Dorfkern von Ribbesbüttel bewahren – diesen Wunsch hegt die Gemeinde. Ein Arbeitskreis entwickelte zusammen mit dem Planer Hermann Schütz eine Erhaltungssatzung. Zudem soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Weiteres Thema im Umwelt-, Bau- und Wegeausschuss war am Donnerstagabend die Ausweisung eines Gewerbegebietes mit Platz für das neue Tierheim.

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Ein neues Gewerbegebiet für Ribbesbüttel: Auch das Tierheim soll auf der Fläche unweit der Peiner Landstraße einen Platz finden. foto: Lea Rebuschat/Archiv

Im September trat die Gemeinde Ribbesbüttel an die Samtgemeinde Isenbüttel mit dem Wunsch heran, ein Gewerbegebiet an der Straße Am Sandberg auszuweisen. Es geht um 36 000 Quadratmeter unweit der Peiner Landstraße. Die Samtgemeinde erklärte sich für nicht zuständig. „Sie realisiert für die Mitgliedsgemeinden nur Wohngebiete“, sagte Hans-Werner Buske. Der Ribbesbütteler Bürgermeister nahm sich der Sache daher zunächst selbst an, geht es doch darum, ortsansässigen Betrieben die Chance zu geben, sich zu vergrößern und in der Gemeinde bleiben zu können. „Wir haben schon einige Interessenten. Vor allem möchten wir auch das Tierheim sehr gern im Dorf halten“, betonte Buske. Auf zusätzliche Steuereinnahmen hofft man ebenfalls. Der Bauausschuss beauftragte den Bürgermeister, bis Ende März Investoren zu suchen und zugleich zu prüfen, ob die Gemeinde ein Gewerbegebiet dieser Größe selbst erschließen und vermarkten kann. Im Haushaltsplan setzte man dafür vorsorglich eine Kreditaufnahme von bis zu 1,8 Millionen Euro an. So viel werde es sicherlich nicht kosten, „aber ich rechne lieber immer mit dem Schlimmsten“, sagte Buske. Die Planung steht eh noch ganz am Anfang: „Es ist bisher nichts unterschrieben worden. Es ist alles noch zu stoppen, wenn der Rat Bedenken hat“, versicherte Buske. Wer sich für Grundstücke im Gewerbegebiet interessiert oder als Investor auftreten möchte, kann sich an die Gemeinde wenden. Planer Schütz stellte dem Ausschuss die Ergebnisse des Arbeitskreises vor: Erhaltungssatzung und B-Plan zielen darauf ab, dass die Gemeinde mitreden kann bei Bauvorhaben im alten Dorfkern. Es soll vermieden werden, dass Neubauten von der üblichen Gestaltung abweichen. Zulässig sollen im Plangebiet nur normal- und dünnformatige Klinker für die Fassaden sowie Tonziegel für die Dächer sein – und zwar beides in naturroten Farbtönen.

Der B-Plan legt die maximale Gebäudehöhe auf neun Meter fest. Erlaubt sind Einzel- und Doppelhäuser. Die Grundstücksgröße ist mit 750 Quadratmeter beziffert. Das Plangebiet insgesamt ist recht groß, einige Gebäude allerdings sind von den Vorgaben ausgenommen, da für sie der Denkmalschutz mit ohnehin noch viel strengeren Regeln greift. Der Ausschuss stimmte Erhaltungssatzung und Bebauungsplan zu, der Rat befindet voraussichtlich am
4. März.

AZ 06.02.2021

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Kinomuseum Vollbüttel arbeitet an einem digitalen 360-Grad-Rundgang

Derzeitiger Internetauftritt der Einrichtung ist rund 20 Jahre alt – Auch ein Audioguide für Smartphones ist in Arbeit

Von Ron Niebuhr

Vollbüttel. Das Kinomuseum in Vollbüttel steuert auf das wohl größte Update in seiner bewegten Geschichte zu: einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellungsräume und einen Audioguide für Smartphones! Fördermittel des Lüneburgischen Landschaftsverbandes und der Bundessozialstiftung haben das innovative Projekt ermöglicht, das Anfang 2021 online gehen soll.

Die Pandemie hat das Kinomuseum schwer getroffen. „Wir hatten in dieser Saison genau neun Besucher“, sagte Peter Schade-Didschies. Mehr war nicht zu verantworten für den Museumsleiter und sein Team: „Wir wollten kein Risiko eingehen, haben uns streng an die Regeln gehalten“, betonte er. Schlagzeilen als Hotspot und Superspreader-Event wollte man mit dem Museum und seinem Freiluftkino als Zugpferd unbedingt vermeiden. Daher schränkte man den Publikumsverkehr stark ein, verzichtete auf Freiluftkino und acht weitere geplante Veranstaltungen. Das wirkte sich negativ auf die Kassenlage aus. Daher sei man dem Lüneburgischen Landesverband für 3500 Euro Soforthilfe dankbar, hob Schade-Didschies hervor.

Bei der Bundessozialstiftung gelang es, einen zweckgebundenen Zuschuss einzuwerben in Höhe von 25 000 Euro. Damit ist es dem Kinomuseum möglich, seinen Internetauftritt professionell modernisieren und einen Smartphone-Audioguide für Museumsbesucher realisieren zu lassen. An Bord geholt haben Schade-Didschies sowie seine Vorstandskollegen Bernd Riechers und Wolfgang Graewert dafür die Peiner Firma Lightvision.

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Neuer Internetauftritt: Jonas Tittelmeier führt Peter Schade-Didschies den virtuellen 360-Grad-Rundgang durchs Kinomuseum vor.fotos (3): Ron Niebuhr

Den Audioguide konzipieren die Profis von Lightvision so, dass er für die Museumsbesucher per QR-Code abrufbar ist. „Dann müssen wir keine Geräte bereitstellen und sie auch nicht desinfizieren und warten“, sagte Schade-Didschies. Pandemietauglich ist auch der neue virtuelle Rundgang. Bei dem erleben Interessierte das Kinomuseum bequem von zuhause aus. Sie können sich per Mausklick durch die Ausstellung bewegen. „40 Objekte sind zum Start anwählbar“, sagte Riechers. Die erklärenden Texte hat Museumsleiter Schade-Didschies verfasst, einsprechen mochte er sie aber nicht selbst: „Das überlasse ich Profis. Ich bin weder Sprecher noch Schauspieler. Ich stand 36 Jahre hinter der Kamera. Da habe ich mich immer wohler gefühlt“, sagte er.

Der bisherige Internetauftritt hat schon mehr als 20 Jahre aus dem Buckel. Die rundum neu gestaltete Internetseite, für die ein neuer Provider gefunden werden musste, soll das Kinomuseum zeitgemäß präsentieren. Der virtuelle 360-Grad Rundgang als Kernstück soll Lust auf einen realen Besuch in Vollbüttel wecken, sobald es die Coronalage zulässt. Bis dahin können Freunde des Museums online in Erinnerungen an zurückliegende Events schwelgen und Neulinge einen Eindruck gewinnen, was das Museum über die Ausstellungsräume hinaus zu bieten hat. „Wir stellen nämlich auch selbst gedrehte Filme unserer Veranstaltungen auf die Seite“, sagte Schade-Didschies. Zum Beispiel Aufnahmen aufwendig selbst erstellter Kulissen, etwa der Rathausturmuhr aus „Zurück in die Zukunft“, der Eisenbahn aus „Manche mögen’s heiß“ oder eines Goldclaims aus „Winnetou“.

Zu hören ist online künftig auch der Mitschnitt der 20-minütigen Neujahrsrede zum Jahreswechsel 1954/55 des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. „Er spricht über den Egoismus der Menschen – und ist damit heute wieder erschreckend aktuell“, sagte Schade-Didschies. Aufgenommen wurde die Rede vor mehr als 60 Jahren mit einem Tonbandgerät der Marke Eigenbau, das nun im Besitz des Museums ist: „Es nähert sich vom Gewicht her einem Zentner an“, schätzte der Museumsleiter. Besonders spannend sei das beiliegende „Riesenkonvolut“ von Tonbändern, unter anderem der Mitschnitt der ersten Verbrecherfahndung per Rundfunk in Deutschland und eine Aufnahme von Ella Fitzgeralds Gastspiel in Hamburg. „Da steckt sehr viel Potenzial drin“, freute sich Schade-Didschies darauf, alle Bänder mindestens ein Mal anzuhören.

Der neue Internetauftritt ist nahezu fertig. Anfang Januar soll er online gehen – auch für Smartphones. „Unsere alten Internetseiten sind darüber nicht aufrufbar. Sie werden falsch dargestellt“, sagte Graewert. Offline ist der Saisonstart des Kinomuseums dagegen für März vorgesehen, sofern die Pandemie nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

AZ 29.12.2020

 

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Vierter Ruhewald in der Region startet mit der neuen Woche

Gifhorn.  Der Ruhewald Rittergut Ribbesbüttel im Landkreis Gifhorn ist fertiggestellt. Betreiber Julius Löbbecke lädt Interessenten zum Spaziergang ein.

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Der Wald zwischen Ribbesbüttel und Rötgesbüttel hat sich in den vergangenen Monaten stark gewandelt: Nicht nur, dass sich Laub und eine Puderzuckerschicht Schnee über den Boden gelegt haben. Dort stehen nun auch Bänke, Rednerpult, Findling, Urnensockel und ein Kreuz zwischen den Laubbäumen, sind zwei Rundwege mit Natursteinschotter und Ästen angelegt. Der zweite Ruhewald des Kreises Gifhorn und der vierte in unserer Region steht vor seiner ersten Bestattung. „Mir war besonders wichtig, das alles so naturnah wie möglich, aber barrierefrei gestaltet ist“, sagt der 27-jährige Betreiber Julius Löbbecke, der Land- und Forstwirtschaften erst bei seinen Eltern, dann im Studium in Göttingen und Wien gelernt hat. So kommen Trauergäste auch mit Rollatoren und Rollstühlen vom Parkplatz über die geschlungenen Wege bis zum Andachtsplatz und zu den Bestattungsbäumen. „Über die Gräben haben wir kleine Holzbrücken angelegt.“

Behörde und Träger haben frühzeitig Grünes Licht gegeben -- Betreiber ist schon jetzt startklar

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 Ein Blick in das Gelände des neuen Ruhewaldes Rittergut Ribbesbüttel im Landkreis Gifhorn. 

Foto: Reiner Silberstein

Alles sei aus dem Eichenholz des Familienwaldes selbst gebaut. Bei einer Bestattung werde der Platz mit Grün aus dem Wald geschmückt, die Gäste können einzelne Blumen am Findling ablegen. Kränze und Gestecke seien sonst aber nicht erwünscht. „Die Grabpflege übernimmt die Natur“, so Löbbecke. Eigentlich war geplant, den vier Hektar großen „Ruhewald Rittergut Ribbesbüttel“ irgendwann im kommenden Frühjahr zur eröffnen. Aber die Trägerschaftsübernahme durch die Samtgemeinde Isenbüttel sowie die Widmung und Erlaubnis durch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Gifhorn waren zeitnah erfolgt. Und durch Corona war Familie Löbbecke selten abgelenkt, allein im Wald zu bauen und gestalten: „Wir haben die Zeit genutzt und alles viel schneller hergerichtet als gedacht.“ So haben Baumkletterer zum Beispiel etliches Totholz aus den Wipfeln geholt, damit niemandem etwas auf den Kopf fallen kann – die Verkehrssicherungspflicht liegt ebenfalls bei Löbbecke.

Und weil wegen der Pandemie offizielle Eröffnungsfeiern auf absehbare Zeit eh nicht erlaubt sind, startet der Jungunternehmer schon jetzt. Interessen können im akuten Trauerfall oder schon Jahre im Voraus zwischen drei Varianten wählen: An Gemeinschaftsbäumen finden bis zu zwölf Urnen für 20 Jahre Platz. Man kann sich auch einen Baum nur für ein oder zwei Personen reservieren. Und schließlich gibt es Familien- beziehungsweise Freundesbäume für ebenfalls bis zu zwölf Urnen, die allerdings Laufzeiten bis zum Jahr 2110 haben können, wenn gewünscht -- also 89 Jahre. So lang dauert die garantierte Widmung des ganzen Ruhewaldes. Aber das heißt auch: Die jetzt schon bis zu 200 Jahre alten Buchen und Eichen im östlichen Teilbereich werden jetzt noch viel älter, weil im Ruhewald das Forsten tabu ist. „Wir erhalten somit auch vielen Tieren ihren Lebensraum.“

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Ein Blick in das Gelände des neuen Ruhewaldes Rittergut Ribbesbüttel im Landkreis Gifhorn. 

Foto: Reiner Silberstein

Auf der westlichen Seite des Hauptweges haben Löbbeckes dagegen jüngere Laubbäume 20 verschiedener Arten stehen, und weitere kommen noch hinzu. Mittendrin schlängeln sich die Wege um ein Feuchtbiotop.

Führung über Ruhewald-Gelände für einen Haushalt nach Anmeldung möglich

Von Bürgern und Bestattern aus der ganzen Region hat Julius Löbbecke positive Rückmeldungen bekommen, sagt er: „Sie bestätigten mir, dass die Nachfrage größer wird. Es waren auch schon einige hier und haben es sich angeschaut.“ Der Ribbesbütteler Ruhewald zieht Interesse aus den Kreisen Gifhorn, Celle, Peine, Helmstedt sowie aus den Städten Wolfsburg und Braunschweig auf sich. Denn die nächsten Alternativen liegen in Cremlingen, Uetze und nördlich von Kästorf/Gifhorn. „Ich lade die Menschen ein, hier einfach mal einen Spaziergang zu machen und sich den Wald anzuschauen“, so Löbbecke, denn das sei ja eins der wenigen Dinge, die die Corona-Beschränkungen noch erlauben. Auch eine Gruppe aus einem Haushalt dürfe er nach Anmeldung herumführen. Die Anfahrt erfolgt vom Druffelbecker Weg in Ribbesbüttel aus, vor der letzten Scheune links über den Feldweg. Nach etwa 500 Metern beginnt der Ruhewald. „Ein Hinweisschild kommt bald“, versichert der Betreiber.

Wer sich von zuhause aus informieren möchte, kann das auf der Internetseite tun, die Mitte der Woche freigeschaltet wird (www.ruhewald-ribbesbuettel.de), per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Telefon unter (0160) 3039571. Auch auf Facebook ist der „Ruhewald Rittergut Ribbesbüttel“ zu finden.

GR 18.01.2021

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Neues Tierheim: Samtgemeinde lehnt Plan der Gemeinde Ribbesbüttel ab

Wirtschaftliche Erschließung laut Berechnung nicht möglich – Gespräche sollen Lösung bringen

Ribbesbüttel. Das Tierheim in Ribbesbüttel muss und will sein derzeitiges Domizil an der Peiner Landstraße irgendwann in den nächsten Jahren verlassen. Ein geeignetes Grundstück befindet sich gleich in der Nähe. Die Gemeinde Ribbesbüttel will auch dafür das Gewerbegebiet Am Sandberg schaffen. Die Idee, mit der Erschließung und Vermarktung die Samtgemeinde Isenbüttel zu beauftragen, stieß in deren Finanzausschuss nicht auf Gegenliebe. Weitere Gespräche werden folgen.

Der Tierschutzverein Gifhorn und Umgebung würde mit seinem Tierheim gerne in Ribbesbüttel bleiben, die Gemeinde würde es gerne auf ihrem Territorium behalten. „Aber alleine schaffen wir das finanziell nicht“, sagte Ribbesbüttels Bürgermeister Hans-Werner Buske, zugleich Vorsitzender des Finanzausschusses. Dabei bezog er sich sowohl auf das Tierheim als auch auf das komplette Gewerbegebiet.

 

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Standortsuche für das Tierheim: Im Finanzausschuss der Samtgemeinde gab es wenig Zustimmung für die Pläne der Gemeinde Ribbesbüttel. foto: Lea Rebuschat (Archiv)

Die knapp 37 000 Quadratmeter große Fläche soll nördlich der Peiner Landstraße in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Tierheimstandort an das B-Plan-Gebiet Ortfeld II anschließen – und neben dem Tierheim auch Platz für ein neues Feuerwehrgerätehaus sowie Gewerbebetriebe bieten. Sechs Anfragen gebe es bereits, berichtete Hans-Werner Buske. Die Nachfrage von Samtgemeindebürgermeister Hans Friedrich Metzlaff, ob diese auch die voraussichtlichen Grundstückspreise kennen, musste er verneinen.

Laut Berechnung der Samtgemeinde würden diese je nach Art der Erschließung zwischen 38 und 52 Euro je Quadratmeter liegen – eine wirtschaftliche Vermarktung des Gebietes sei damit nicht realistisch. „Ich kann nicht empfehlen, eine Fläche zu kaufen, die dann brach liegen bleibt. Das wäre eine große Investition, die über die Samtgemeindeumlage zu Lasten aller Mitgliedsgemeinden geht“, sagte Metzlaff. Außerdem sei die Samtgemeinde grundsätzlich nicht für die Entwicklung und Vermarktung von Gewerbegebieten zuständig. Die Gemeinde könne das Gewerbegebiet zwar ausweisen, aber ohne die angedachte Hilfe der Samtgemeinde. Das Tierheim ist seit mehr als 30 Jahren in Ribbesbüttel angesiedelt. Dass es dort auch für die nächsten Jahrzehnte bleibt, ist aber auch nach der Diskussion im Finanzausschuss nicht ausgeschlossen. Infrage kommt demnach auch ein Grundstück an der Winkeler Straße. Der Ausschuss stimmte dafür, dass sich Gemeinde Ribbesbüttel, Samtgemeinde Isenbüttel und der Tierschutzverein möglichst schnell beraten, um eine Lösung zu erarbeiten, damit das Tierheim in Ribbesbüttel bleiben kann. „Das begrüße ich natürlich“, sagt Vereinsvorsitzende Andrea Reichstein auf AZ-Nachfrage. Der Verein favorisiere die Lösung im angedachten Gewerbegebiet. „Das wäre ideal. Es müsste sich niemand großartig umgewöhnen“, sagt sie. Angesichts des auslaufenden Mietvertrags für der derzeitige Areal drückt sie aber auch aufs Tempo. Innerhalb der nächsten fünf bis acht Jahre muss der Umzug realisiert werden. „Da muss die Planung langsam losgehen“, sagt Reichstein.

AZ 16.12.2020

 

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