Ärger über Umleitungsverkehr von der B 4 in der Heerstraße

Ribbesbütteler werfen Gemeinde Versäumnisse vor und verlangen Lösung des Problems

Von Dirk Reitmeister

Ribbesbüttel. Das Ende der aktuellen Vollsperrung der B 4 zwischen Rötgesbüttel und Ausbüttel ist nur noch wenige Tage weg, doch Anwohner in Ribbesbüttel sind nach zwei Monaten Umleitungsstress immer noch ganz oben auf der Palme. An der Heerstraße hatte Bürgermeister Hans-Werner Buske einen schweren Stand. Er musste sich im Kreis mehrerer Anwohnerinnen und Anwohner heftige Vorwürfe anhören, während einen Meter von ihm entfernt ein Auto nach dem anderen über die Tempo 30 Straße brummte.

 

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Nicht die B 4, sondern die Heerstraße: Die schmale Siedlungsstraße nimmt offenbar den meisten Umleitungsverkehr auf. Hans-Werner Buske (kl. Bild, Mitte) musste sich von seinen Ribbesbüttlern ganz schön einschenken lassen.Fotos: Sebastian Preuß

Freitagnachmittag auf der Heerstraße in Ribbesbüttel: Fast der gesamte Verkehr der B 4 rollt über die 4,2 Meter breite Siedlungsstraße. Die Autos nutzen auch die Gosse, sonst passt es nicht. Immer wieder mogelt sich auch ein Lastwagen dazwischen, obwohl die Straße für Schwerverkehr gesperrt ist. Die Anwohner haben die Belastung selbst gezählt: insgesamt 700 Fahrzeuge pro Stunde.

Oben am Himmel braut sich das lang ersehnte Gewitter zusammen, unten entlädt sich bereits der Zorn der Bürger über Buske. Die Gemeinde habe die Situation verschlafen, der Bürger erfahre erst etwas, wenn er sich selber rühre. Und wenn die Straße kaputtgefahren sei, werde er dank der Straßenausbaubeiträge auch noch dafür zur Kasse gebeten. „Es ist unmöglich, die Straße zu überqueren“, schimpft eine Anwohnerin. Mehr als 20 Kinder leben den Müttern zufolge im Bereich Heerstraße und Rosenweg. Die Angst gehe mit auf dem Schulweg.

Das hört Buske auch aus Vollbüttel, wo Schulkinder die Landesstraße zur Bushaltestelle queren müssen. Doch das tröstet die Ribbesbütteler nicht. Ebenso wenig, dass der Landkreis abgelehnt habe, eine Einbahnstraße oder eine „unechte Einbahnstraße“ – mit Durchfahrt-Verbotsschildern an der Einmündung – einzurichten. Ratsherr Rüdiger Fricke merkt kritisch an, dass die Gemeinde das schlecht kommuniziert hat. Und auch Buske räumt Versäumnisse ein. Er hätte nicht nur eine Ampel an der Ortsdurchfahrt der L 320, sondern auch an der Heerstraße aufstellen sollen.

Mittwoch soll die B 4 geöffnet werden, hat Buske bei der Landesbehörde erfahren. Bis dahin werde er für die Heerstraße nichts mehr machen können. Doch: „Nach der Baustelle ist vor der Baustelle.“ Buske weiß: Sobald wieder mal kein Durchkommen auf der B 4 sein wird, rollt der Verkehr wieder durch die Heerstraße. Er lädt die Bürger ein, Ende September zur Präsentation der Pläne für das Projekt Dorfregion zu kommen. Da gehe es auch um die Heerstraße. Auch mit der Verkehrsbehörde des Landkreises sei er im Gespräch. Die habe versprochen, sich des Themas Heerstraße anzunehmen.

So ganz überzeugt er die Bürger damit nicht, die am liebsten selbst bei der Verkehrsbehörde vorstellig würden. „Wir wollen mal eine Lösung hören“, schenkt ein Anwohner Buske nochmal kräftig ein, bevor der Starkregenschauer die Gemüter kühlt und Buske etwas durchatmen kann.

27.08.2022 AZ