Zwei Hobby-Astronomen beleuchten Legende des Sterns von Bethlehem

Karsten Richter und Jörg Anrecht referieren in der St. Petri-Kirche in Ribbesbüttel

Von Ron Niebuhr

Ribbesbüttel. Der Stern von Bethlehem - was ist dran an der biblischen Legende vom himmlischen Wegweiser? Dieser Frage widmeten sich Karsten Richter und Jörg Anrecht am Samstagabend in Ribbesbüttels St. Petri-Kirche. Sie sind nicht etwa Historiker oder Theologen sondern Hobby-Astronomen.

„Der Stern von Bethlehem hat mit der Geburt von Jesus Christus zu tun. Und da geht die Misere schon los“, sagte Karsten Richter. Denn um ein Datum zu benennen, braucht man einen Kalender: „Wir haben einen, die Babylonier nicht“, sagte Richter. Warum Babylonien? Von dort kamen die biblischen Weisen aus dem Morgenland. Und nicht etwa aus Asien, Afrika und Europa, wie es Darstellungen im Kölner Dom nahelegen.

Die so genannten Heiligen Drei Könige waren übrigens gewiss keine Könige, sondern Gelehrte, Sternkundler höchstwahrscheinlich. „Damals waren Astronomie und Astrologie noch sehr eng miteinander verwoben“, erklärte Richter. Wer die Sterne erforschte, versuchte auch, sie zu deuten. Heute trennt man dazwischen strikt. „Wir sind Astronomen, keine Astrologen“, versicherte er. Mit Horoskopen haben beide nichts am Hut.

Gemeinsam mit Kollege Anrecht stellte er verschiedene Theorien vor, was die Weisen damals am Himmel gesehen haben könnten: einen Kometen, einen neuen Stern oder eine Supernova? Pastor Michael Bausmann freute sich, dass die beiden Experten zu diesem spannenden Vortrag vorbeischauten. Den Kontakt zwischen Gifhorner Sternwarte und Ribbesbütteler Kirche hatte Küsterin Nicole Richter geknüpft. An den Vortrag schloss sich bei allerhand Snacks und Getränken eine offene Gesprächsrunde über den Stern von Bethlehem an.

AZ 08.01.2018

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Stern von Bethlehem: Karsten Richter (l.) und Jörg Anrecht aus Gifhorns Sternwarte referierten in Ribbesbüttels Kirche. Ron Niebuhr

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