Bushaltestelle in Ausbüttel wird doch nicht wie geplant fertig

Ribbesbüttel: Kopfschütteln im Gemeinderat über Vorschriften zum Asphalt – Grund- und Gewerbesteuern steigen

Von Ron Niebuhr

Ribbesbüttel. Asphalt ist wohl nicht gleich Asphalt. Auch nicht, wenn er die gleiche Typenbezeichnung trägt. Damit muss sich die Gemeinde Ribbesbüttel derzeit abfinden, verstehen kann es dort allerdings niemand. Die Bauarbeiten an der Bushaltestelle in Ausbüttel ziehen sich dadurch in die Länge.

Bürgermeister Hans-Werner Buske informierte den Gemeinderat am Donnerstagabend über den Stand der Bauarbeiten. „Heute Mittag habe ich geglaubt, kommenden Dienstag würde asphaltiert“, sagte er. Die Anwohner der Langen Straße in Ausbüttel informierte er daher, dass die Straße dann voll gesperrt würde. Doch Pustekuchen! „Inzwischen weiß ich, dass der vorgesehene Asphalt nicht verbaut werden darf“, sagte Buske. Bestellen wollte man ihn in Braunschweig, „weil das Baustoffwerk im Landkreis Gifhorn wohl noch Winterpause macht“, berichtete er.

Doch was in Braunschweig unter der Typenbezeichnung AC32TN verkauft wird, ist anscheinend nicht identisch mit dem Gifhorner Asphalt gleicher Kennung. „Der Braunschweiger Asphalt erfüllt genauso die Vorgaben der Deutschen Industrienorm“, betonte Buske. Er habe bloß eine geringfügig andere Zusammensetzung. Das reichte der zuständigen Behörde, um ihr Okay zum Asphaltieren zu verweigern. Im Ribbesbütteler Rat verstand man die Welt nicht mehr.

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Dauert noch: Die Bushaltestelle in Ausbüttel kann wohl vorerst nicht fertiggestellt werden. Foto: Ron Niebuhr

Man darf aber zumindest guter Hoffnung sein, dass diese Baustelle schneller fertig ist als die Umgehung der Bundesstraße 4. Denn die liegt offenbar auf Eis, obwohl das Planfeststellungsverfahren sehr weit fortgeschritten ist. Schuld daran ist die A 39. Deren Planung hat erstmal Vorrang. Am Personal, um beide Projekte parallel zu bearbeiten, fehlt es allem Anschein nach in der Landesbehörde. Gemeinsam mit Rötgesbüttels Bürgermeister Hermann Schölkmann möchte Buske dennoch versuchen, über die Dorfregion Druck zu machen. Denn die Chance, die alte B 4 innerorts im Zuge des Förderprogrammes umzugestalten, kann man nur ergreifen, wenn die Umgehung auch innerhalb des Förderzeitraumes gebaut wird.

„Ein Planfeststellungsverfahren ist übrigens nicht ewig gültig“, warnte Michael Kraft (CDU) davor, dass man in ein paar Jahren womöglich wieder bei Null anfangen müsse. „Und dann kommt die Umgehung in den nächsten 20 Jahren nicht.“

Den im Finanzausschuss vorberatenen Haushaltsplan genehmigte der Rat bei nur einer Gegenstimme. Bürgermeister Buske wies noch einmal darauf hin, dass man immens unter den von Kreis und Samtgemeinde erhobenen Umlagen leide. „Sie sind wegen der beitragsfreien Kinderbetreuung stark gestiegen“, sagte Buske. Für Ribbesbüttel war es daher unvermeidbar, die Grund- und Gewerbesteuern auf 450 Prozent anzuheben.

AZ 08.02.2020


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