Buske übernimmt das Ruder

Er löst Bürgermeister Heinrich Stieghahn ab, der dem Rat als Mitglied erhalten bleibt.

Reiner Silberstein

Ribbesbüttel Die Gemeinde Ribbesbüttel hat seit Donnerstagabend einen neuen Bürgermeister: Hans-Werner Buske (CDU) löst Heinrich Stieghahn (CDU) ab. Die Wahl erfolgte bei drei Enthaltungen.

"Alles hat seine Zeit", sagte Stieghahn in seiner Abschiedsrede vor rund 25 Zuschauern im Raiffeisengebäude in Vollbüttel. Er wolle wie angekündigt einen Generationswechsel einleiten. Die Gemeinde übergebe er in einem guten Zustand - als Vollblut-Landwirt formulierte Stieghahn das so: "Das Feld ist gut bestellt." Applaus und Blumen erntete der 80-Jährige von Ratskollegen, seinem Nachfolger und Samtgemeindebürgermeister Hans-Friedrich Metzlaff - denen wolle er aber als Ratsmitglied mit seinen Erfahrungen erhalten bleiben. Buske lobte den "guten Demokraten" als Vorbild, weil er immer alle Orte der Gemeinde als gleich wichtig behandelt habe.

Erich Müller (SPD) übernahm die Wahlleitung - wurde aber jäh unterbrochen. "Darf man sich vorher nicht noch äußern?", fragte Hella Klinge (SPD). Sie erkenne die Leistungen von Stieghahn und die Fähigkeiten von Buske klar an - sie unterstütze dessen Wahl also nicht nur, weil die SPD selbst weder Mehrheit noch Kandidaten vorweisen konnte. Aber: "Ich bin bei der Wahl vor zwei Jahren scharf angegangen worden, weil ich mich zum Alter von Heinrich geäußert und gemutmaßt habe, dass er wohl nach zwei Jahren abtritt. Genauso ist es jetzt gekommen." Deshalb habe die Wahl 2019 für sie ein "gewisses Geschmäckle". "Doch für die Situation der Gemeinde ist es derzeit das Beste." Raimund Heimann (SPD) bedauerte, dass sich keiner der Vertreter zur Wahl gestellt hat.

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Buske will jedenfalls auch diejenigen, die sich enthalten haben, mit seiner Arbeit überzeugen. "Ich habe hier nicht den wichtigsten Job", den habe der Gemeinderat. Er freue sich auf eine gute Zusammenarbeit mit diesem Team. Schließlich gebe es auch reichlich zu tun - Buske legte einen Sieben-Punkte-Plan vor. "Gesunde Finanzen" stünden an erster Stelle. Dann plädierte er für die Intensivierung der Dorfbegrünung, den Ausbau der Radwege und den Bau des Samtgemeinde-Rundweges. Auch eine Idee: Wie wäre es mit einem E-Scooter/E-Bike-Weg von Druffelbeck bis zum Bahnhof Rötgesbüttel, um dort in die künftig kürzer frequentierte Regiobahn zu steigen?

Auch die Fußgängerampel an der Peiner Landstraße in Ribbesbüttel, die Alte Schule und das Neubaugebiet in Vollbüttel forderten noch viel Engagement. Im Projekt Dorfregion zusammen mit Rötgesbüttel sieht Buske großes Potenzial.

Zur Person:

Hans-Werner Buske (CDU) ist 60 Jahre alt und verheiratet, hat zwei Kinder, zwei Enkel und einen Hund. Der in Itzehoe geborene Diplom-Ingenieur hat Elektrotechnik studiert. Die Suche nach einem Baugrundstück führte die Familie 1989 nach Vollbüttel. Buske ist auch Mitglied des Samtgemeinderats, in der Gifhorner Hospizarbeit engagiert und Vorsitzender einer Skihütte im Harz.

GR 17.08.2019

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