Reise nach früher zeigt Filme der 1950er Jahre

Mit der Matinee unter dem Motto „Reise nach Früher“ setzte das Kinomuseum seine Reihe „Im Rückspiegel“ fort. Bei der Premiere ging es um den Marshall-Plan, diesmal um den Alltag der Menschen in den 1950er Jahren. Das Interesse daran war groß.

Vollbüttel. Museumsleiter Peter Schade-Didschies veranschaulichte die Situation der Deutschen kurz nach Kriegsende anhand von ein paar Filmen.

Zeitreise in bewegten Bildern

Mit dieser Zeitreise in bewegten Bildern rückte er in den Fokus, was mittlerweile fast schon verloren gegangen ist: die Erzählkultur. „Kinder informieren sich heute doch nahezu ausschließlich übers Internet. Dass der Opa mal von früher erzählt, wo gibt es das heute noch?“, bedauerte Schade-Didschies.

Parallelen zur Gegenwart

„Nicht vergessen“ etwa rückte den Umgang der Deutschen mit ihren Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Fokus. „Den Film hat Thomas Garzke mitgebracht. Die Parallelen zur Gegenwart sind schon erschreckend“, sagte Schade-Didschies.

Den englischen Zeichentrickfilm „Der Schuhmacher und der Hutmacher“ widmete der Museumsleiter dem US-Präsidenten Donald Trump. Nach dem Weltkrieg kehrte man sich unter Regie der Engländer und Amerikaner vom Protektionismus ab, unter Trump sind die Amerikaner Vorreiter bei Schutzzöllen. Der Film zeigte, wohin so etwas führt.

„Müllerstraße 3“ von 1953 entpuppte sich als ein heute noch wertvolles „Lehrstück in Sachen Demokratie“, denn der Film erklärt, wie wichtig es ist, das Wahlrecht wahrzunehmen.

Jammern auf hohem Niveau

Und der 1954 ursprünglich zur Verkehrserziehung gedrehte Streifen „Achtung, Bahnübergang!“ zeigte, wie typisch deutsch das Jammern auf hohem Niveau ist. „Das gab es schon damals – keine zehn Jahre nach Kriegsende“, sagte der Museumsleiter. Die Reihe „Im Rückspiegel“ möchte er in loser Folge mit vielen weiteren tollen Filmen fortsetzten.

Von Ron Niebuhr

AZ 12.05.2018

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„Im Rückspiegel": Das Vollbütteler Kinomuseum setzte seine Reihe jetzt mit der Matinee „Reise nach Früher" fort.

Quelle: Ron Niebuhr

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